Gedanken.Gut

beat!

August 28th, 2010

Zwei Wochen intensiver Proben später wagen wir uns heute an das Licht der Öffentlichkeit: epikur hotel startet durch bei der bEATPLANTATIOn!

Ein wenig bin ich schon stolz, dass wir es geschafft haben, in dieser kurzen Zeit unsere drei Produktionen Goldaline, Eine Art Alaska und Nothing is static, everything is falling apart auf die Beine zu stellen. Ohne dieses wunderbare Team und die Hilfe vieler lieber Menschen wäre es auch nicht gelungen. Noch stehen uns ein paar aufregende Stunden bevor, bis sich heute um 20 Uhr der Vorhang hebt, aber nach den Proben gestern und dem Einzug in den Palast der Irrlichter bin ich in freudiger Erwartung.

Wer heute Abend mit seiner Zeit noch nichts anzufangen weiß, ist herzlich eingeladen, im Druckluft Oberhausen vorbeizuschauen und bei der bEATPLANTATIOn mitzufeiern. Um 20 & 22 Uhr zeigen wir die Uraufführung von Goldaline, einem kurzen Stück über Liebe, Glück und Trennung, inspiriert von den Texten von Anne Frank und der Musik von Neutral Milk Hotel. Dazwischen gibt es um 21 Uhr das von Harold Pinter inspirierte Stück Eine Art Alaska, und schließlich, ab 24 Uhr, mit Nothing is static, everything is falling apart eine nihilistische Performance nach Texten von Chuck Palahniuk (Fight Club).

Bis 20 Uhr kostet der Eintritt 10 €, danach 12 €, und gilt für das gesamte Festivalgelände.

Neuigkeiten aus Aventurien

August 28th, 2010

Nachdem die vor allem für ihre gut informierten News bekannte DSA-Seite alveran.org aufgrund der jüngsten Redaktionsaustritte ihre Neuigkeiten eingestellt hat, befürchteten einige Foren-User das Ende umfangreicher Informationen zu ihrem liebsten Hobby. DSA beweist aber wieder einmal eine seiner größten Stärken: das aktive Fandom.

Flugs haben einige Fans eine eigene News-Seite aus der Taufe gehoben: das Nandurion – und zeigen damit, dass man nicht zwingend ein Redaktionsmitglied im Team braucht, um umfassend und aktuell über DSA informieren zu können. Vier Tage nach dem Start kann das ausschließlich von Fans getragene und offene Projekt bereits zwölf hochaktuelle Neuigkeiten vorweisen.

Wenn die Betreiber diese Energie beibehalten, neue Mitstreiter gewinnen und auch Autoren diesen Dienst zu schätzen lernen, kann diese Plattform zur wichtigen Anlaufstelle begeisterter Spieler werden. Mich als Autoren hat das Nandurion jedenfalls schon überzeugt und ist zur gern besuchten Seite geworden.

Ich wünsche den Schreibern des Nandurions viel Kraft und Unterstützung für den weiteren Weg!

… Hier ist keiner, in den Sie sich verlieben werden … Diese Männer und Frauen, wo denen Sie Ihre Mutter immer gewarnt hat, sind alle hier … Betrachten Sie das bitte als letzte Warnung …

Es ist ein Freitag der 13. – welch ein Glück, dass sich mein Aberglauben in Grenzen hält. Gleich geht es in den Probenraum in der Alten Post zur Konzeptions- und Leseprobe von Eine Art Alaska. Schließlich wollen wir in 15 Tagen nicht nur mit diesem Stück, sondern auch mit zwei anderen Premieren haben. Man sieht: Probenzeit ist ebenso überbewertet wie der Aberglaube.

Und überhaupt: Wir sehen die guten Omen auf unserer Seite! Wer mehr wissen will, um was es überhaupt geht und was ihn erwartet (oder was er verpasst, sollte er es wirklich wagen, sich die bEATPLANTATIOn am 28. August entgehen zu lassen), der schaut ohnehin bei epikur hotel vorbei.

Und jetzt: Auf! Auf! Es gibt viel zu tun!

epikur hotel

August 1st, 2010

Es ist an der Zeit, den Schleier zu lüften. Bereits seit Wochen laufen die Vorbereitungen – und sie werden auch noch weitergehen. In vier Wochen, auf der nächsten bEATPLANTATIOn startet ein neues Projekt: epikur hotel.

Gemeinsam mit meiner liebsten Bühnenbildnerin Stefanie Dellmann und meiner liebsten Fotografin Miriam Sadowski wollen wir mit diesem Projekt langfristig ein Team unterschiedlicher Künstler aufbauen und Kompetenzen zusammenführen, um ein junges und pures Theater zu gestalten. Mit nicht weniger als drei Produktionen gehen wir an den Start und beginnen dort, wo man uns vielleicht nicht erwartet hätte: auf der nächsten bEATPLANTATIOn im Druckluft Oberhausen.

Alle weiteren Informationen gibt es auf der neuen Homepage von epikur hotel und natürlich auch auf meiner Seite.

Nach der Räumung des besetzten DGB-Hauses setzt sich die Initiative freiraum2010 weiterhin für unkommerzielle Freiräume für Künstler im Ruhrgebiet und ein Kunsthaus in Essen ein. Heute lädt die Initiative zum Straßenfest vor der Immobilie ein.

Am heutigen Mittwoch (28.7.) findet das Straßenfest auf dem Gelände vor dem DGB-Haus statt. Mit Aktionen vor dem Gebäude und in der Innenstadt wird den ganzen Tag über auf das Anliegen hinweisen, Freiräume für Kunstschaffende in Essen zu ermöglichen und ein Kunsthaus zu begründen, das mindestens 400 Jahre Bestand hat. Ab 18h sind alle Unterstützer (ausdrücklich auch den DGB) eingeladen, auf die Wiedereröffnung des Kunsthauses hinzufeiern.

Laut den Veranstaltern gibt es folgendes Programm:

–Ausstellung & Plakatstand von Gigo Propaganda (Essen) und anderen
–MitMachMalAktion von SkribbleGebibble (Oberhausen)
–FlinkeSchminke (Dortmund)
–LiveMusik mit der SmasherSoundSociety (Pop/Nicken im Sitzen–Showband)
–Kaffee, Kuchen, Kreidemalereien, u.v.m.

    Über Spenden, einen Kuchen oder zwei, eine spontane musikalische Einlage oder sonstige lustige Ideen würden sich die Veranstalter sehr freuen!

    Weitere Informationen und Kontaktaufnahme unter www.freiraum2010.de oder freiraum2010@gmx.net

    Wenn euch das Wetter zu mies ist, zieht eine Jacke an und packt einen Schirm ein. Hier habt ihr die Möglichkeit, Kultur vor Ort zu stärken und der Stadt Essen sowie dem DGB zu signalisieren, dass das Ruhrgebiet solche Freiräume braucht. Das ist etwas anderes, als mit dem Fahrrad über die A40 zu radeln – hier geht es wirklich um etwas!

    Dem Ruhri sein Sodom?

    Juli 26th, 2010

    Die Katastrophe der Loveparade am zurückliegenden Wochenende ist eigentlich kaum zu fassen. 19 Tote? Über 300 Verletzte? Das sind Zahlen, die man zum Teil nicht einmal bei Minenunglücken in China oder Katastrophen in ärmeren Ländern hört. In Duisburg, im Ruhrgebiet habe ich sie nicht erwartet. Aber zum Glück haben wir Eva Herrmann, die umgehend eine Erklärung parat hat: “Eventuell haben hier ja auch ganz andere Mächte mit eingegriffen, um dem schamlosen Treiben endlich ein Ende zu setzen. Was das angeht, kann man nur erleichtert aufatmen!”

    Folgt man ihrer verqueren Logik, hat RUHR.2010 nun eine weitere Attraktion: Dem Ruhri sein Sodom und Gomorrha! Mehr als einmal wendet sie in ihrem Artikel dieses biblische Beispiel an, um den durch die Loveparade praktizierten Sittenverfall zu beschreiben. Und wie bei den biblischen Südenpfuhlen scheint für sie die göttliche Strafe nur folgerichtig.

    Will ich mich über diese Frau ärgern? Nein, da schüttel ich nur den Kopf über Sätze wie: “Riesige dunkle Wolken der Enthemmung und Entfesselung treiben über dem Geschehen, die jungen Menschen wirken, als hätten sie jegliche Selbstkontrolle abgegeben, ekstatisch und wie im Sog folgen sie dem finsteren Meister der sichtbaren Verführung.” Theorien, die die Schuld bei den 68ern suchen, die “ganze Arbeit” geleistet haben, um die Gesellschaft kulturell und sittlich auszuhöhlen, sind nun auch wirklich nicht ernstzunehmen.

    Ärgern kann und will ich mich vor allem über die Verantwortlichen, die vor allem eines nicht sein wollen: verantwortlich. Und es doch so gerne gewesen sind, als die Party noch eine Party und keine Todesfalle war. Die Loveparade ist nicht meine Veranstaltung gewesen und war es nie; aber die Schuld ist bei der Engstirnigkeit und Beratungsresistenz städtischer Verantwortlicher und der Profitsucht des Veranstalters zu suchen, aber nicht bei jungen Menschen, die gemeinsam feiern wollen. Sie wurden für dieses Event missbraucht, die Gefahren für ihr Leben sträflich ignoriert – oder billigend in Kauf genommen, in der Hoffnung, das schon nichts schiefgehen wird. Das haben nun Ermittlungen herauszufinden, und dann gilt es, die Verursacher der Katastrophe in die Verantwortung zu nehmen, vor der sie sich noch drücken.

    Mit dem Event an sich hat dies nichts zu tn. Die Frage bleibt, wie Eva Herrmann reagiert hätte, wäre es aufgrund von fatalen Fehlplanungen und Engstirnigkeiten zu etlichen Toten während eines Musikantenstadls gekommen. Oder eines Kirchentages.

    freiraum2010

    Juli 18th, 2010

    Während alle Welt über die A40 radelt und den Stillstand dort feiert, als wäre es ein besonderes Ereignis (wirklich, das mit dem ‘Ruhrschnellweg’ war von Anfang an Hohn und Spott), passiert in Essen wirklich etwas für Kultur. Etwas, das nicht nur Effekt sein will, sondern nachhaltig.

    Eine Initiative junger Künstler und Studenten aus Essen und dem Ruhrgebiet hat heute das DGB-Haus (Schützenbahn 11, gegenüber dem Rathaus) besetzt – und dort ein Kunsthaus eröffnet, das Künstlern Arbeitsräume geben soll und im Gegenzug von dieses gestaltet wird. Ab heute laden die Organisatoren jeden Abend von 11.00 bis 22.00 Uhr zu Veranstaltungen, Musik und Gesprächen ein. Das Ziel ist es nicht, Geld zu verdienen, sondern einen Freiraum für Kunst im Ruhrgebiet zu schaffen.

    Das Vorhaben kann mit Spenden unterstützt werden oder einfach nur durch Anwesenheit. Jedem, der in Essen weilt oder einen Abend dafür Zeit findet, empfehle ich, vorbeizuschauen und mit den Leuten zu sprechen. Es gibt bereits in der Galerie im Erdgeschoss eine Ausstellung unter dem Titel Kunst in der Enge mit einigen sehr interessanten Arbeiten.

    Die Organisatoren wollen nicht einfach nur nehmen, sondern suchen auch das Gespräch mit den Eigentümern, um die seit Jahren leerstehende Immobilie dauerhauft nutzen zu können.

    Weitere Informationen zum Haus der künstlerischen Arbeit gibt es unter www.freiraum2010.de

    In den nächsten Tagen gibt es dort auch Bilder der bisherigen Veranstaltungen. Für Dienstag ist zudem eine Pressekonferenz angekündigt.

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