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Im nächsten Jahr erscheint mein Abenteuerband Bahamuths Ruf. Die Texte dafür sind bereits vor einigen Tagen abgegeben. Nach ein wenig Urlaub finde ich nun die Zeit für einen kleinen, persönlichen Rückblick.

Bahamuths Ruf ist in vielerlei Hinsicht eine besondere Arbeit für mich. Erst einmal ist es der umfangreichste Abenteuerband, den ich bisher geschrieben habe. Genau genommen ist es die umfangreichste Publikation, die ich bisher geschrieben habe: Ich habe einiges an Zeichen mehr getippt als für meinen Roman Der Kreis der Sechs. Es wird also ein ziemlich dickes Buch werden. Darauf bin ich ein wenig stolz. Und zufrieden erschöpft bin ich ebenfalls.

Dazu kommt, dass Bahamuths Ruf für mich eine Herzensangelegenheit ist. Mit dem wunderbaren Blutige See hat Anton eines meiner erklärten Lieblingsabenteuer und vermutlich einen der besten Abenteuerbände aller Zeiten geschrieben. Dafür kann ich mich immer wieder mit großer Dankbarkeit vor ihm verneigen. In unserer Spielrunde ist und bleibt Blutige See ein ewiger Klassiker, das Highlight unserer Abenteuerjahre, das uns in der einen und anderen selbstgeschriebenen Fortsetzung über das Abenteuer selbst hinaus noch lange begleitet hat. Beim Schreiben lag der Band meist ganz weit oben in den mich umgebenden Stapeln an Regelwerken, Spielhilfen und Abenteuern, und bei der Recherche verfiel ich immer wieder aufs Neue in ein nostalgisches Schwärmen.

Bahamuths Ruf ist daher für mich auch die Arbeit für Das Schwarze Auge, vor der und bei der ich den meisten Respekt hatte. Ähnlich erging es mir – als erklärter Fan von Karli Witzko – bei meinen Maraskan-Texten für Schattenlande, doch hier ist es noch eine oder zwei Stufen stärker gewesen. Daher an dieser Stelle mein aufrichtiger Dank an Anton, der mich bei meiner Arbeit mit wertvollen Ratschlägen und umfangreichen Material unterstützt hat.

Ich habe gar nicht vor, ein besseres Abenteuer als Blutige See geschrieben zu haben. Mir genügt es, wenn Bahamuths Ruf als würdiger Nachfolger empfunden wird. Mit einem spannenden Hauptplot einerseits, als inspirierende Wühlkiste andererseits.

Gleichzeitig habe ich mich bemüht, viele Kritikpunkt an Abenteuern allgemein und meinen bisherigen im Besonderen aufzunehmen. Ich kann gar nicht beurteilen, ob es mir gelungen ist, aber ich hoffe, ein modernes DSA-Abenteuer geschrieben zu haben, in dem sich viele Meister wiedererkennen und das ihnen hilft, es ihrem Stil entsprechend umzusetzen. Dafür bin ich hüfttief in das Regelwerk eingesunken und habe mit vielen Leuten korrespondiert, die es schlicht besser wissen als ich. Ich habe meine Zweifel, ob es bei dem wuchernden Regelwerk mit all seinen Zusätzen und Ausnahmen möglich ist, ein Abenteuer zu schreiben, das mit diesem in seiner Gesamtheit zu 110% übereinstimmt. Aber, so meine Hoffnung, wir sind diesem Anspruch vielleicht sehr nahe gekommen. Wenn dann doch mal ein PA-Wert einen Punkt zu hoch oder zu niedrig angegeben wird – hey, seht es mir nach!

Noch etwas Pathos: Bahamuths Ruf ist das Abenteuer, das ich immer schreiben wollte. Es ist sicherlich gut, dass ich es erst jetzt getan habe, denn ich musste erst noch einiges aus den Fehlern meiner bisherigen Werke lernen. Es ist für mich nicht die Frage, ob es ‘perfekt’ ist, denn dieser Anspruch ist anmaßend. Mit ein wenig Distanz kann ich aber auf die Texte blicken und für mich sagen, dass es das reifeste Abenteuer ist, das ich geschrieben habe. Auch das macht mich ein wenig stolz und garantiert ein wenig nervös. Nächstes Jahr dürft ihr darüber urteilen und mir gerne sagen, was von meiner eigenen Einschätzung zu halten ist.

Noch etwas Dank: Anton habe ich schon gedankt, möchte es aber noch einmal machen. Gracias! Dank auch an Ulisses, dass ich dieses Abenteuer schreiben durfte. Und an all jene lieben Menschen, die mich in den letzten Monaten mit Rat und Tat bei diesem Großprojekt unterstützt haben: Björn Berghausen, Chris Gosse, Mark Günzel, Franz Janson, Marc Jenneßen, David Lukaßen, Marie Mönkemeyer, Uwe Mechenbier, Katja Reinwald, Daniel Simon Richter und Alex Spohr. Sowie Simone und Ulli, die nimmermüde wurden zu fragen: “Wann spielen wir wieder was in der Blutige See?”

Bald.

6 Einträge to “Bahamuths Ruf. Ein persönlicher Rückblick.”

  1. Thallion

    Ich freu mich auf das Abenteuer.

    Kannst du schon etwas konkreter bezüglich eines möglichen Erscheinungstermins werden?

    Gruß
    Thallion

  2. Michael Masberg

    Hola!

    Das wiederum freut mich. :-)

    Konkretes zum Veröffentlichungstermin kann ich nichts sagen, da ich ihn nicht kenne (auch wenn ich eine grobe Ahnung habe). Hier lasse ich dem Verlag den Vortritt.

    Nachtblaue Grüße!
    Michael

  3. Zakkarus

    Segeln setzen!
    Da du den Termin (ledier) nicht “verraten” darfst, kannst du wengistens sagen WANN und WO das buzw. die Abenteuer spielen … und eine bescheidene Bitte, ruhe dich nicht zu lange aus – ich warte noch immer auf Drachenschatten 2 :)

    Gruß
    Chronist Zakkarus

  4. Michael Masberg

    Hola Zakkarus!

    Da es schon im aktuellen Boten steht: Das Abenteuer umfasst etwa einen Zeitraum von einem halben aventurischen Jahr und kann beliebig in den Jahren von 1035 bis einschließlich 1038 BF angesiedelt werden. Höchst flexibel also oder mit anderen Worten: alles im Fluss. Der Ort: Das Perlenmeer, unendliche Weiten … :-D Zu sagen, dass es die gesamte Ostküste abdeckt, wäre übertrieben – hinunter bis Al’Anfa geht es nicht, aber nahe dran. ;-) Und es fängt weit an der nördlichen Küste an. Dazwischen werden einige größere und kleine Häfen angesteuert. Ein paar sind für das Abenteuer von Relevanz, andere liegen in den Entscheidungen der Helden.

    Mh, damit habe ich deine Frage sicherlich nicht konkret zur Gänze beantwortet. Vor allem aber aus Gründen der Spannung: Demnächst gibt es ein paar mehr Details. :-)

    Nachtblaue Grüße!
    Michael

  5. Fantasy NERD

    Oh mann, welch ein Traum, Du schreibst Abenteuer?

    Hab auch mal ein Abenteuer für meine D&D Truppe über den Drachengott Bahamut geschrieben. ;-)

  6. Feyamius

    “Frank Janson” … seriously? ;)

    Ich bin – spätestens nach diesem Text – gespannt auf das Abenteuer, auch wenn ich Blutige See nicht wirklich gut kenne.

    Bye, Feyamius.

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